Typische Anzeichen von Glücksspielsucht sind: Du kannst kaum aufhören zu spielen, du denkst ständig daran, du jagst Verlusten hinterher, und du vernachlässigst Familie, Arbeit oder Hobbys. Oft kommen Lügen, Geldsorgen und Streit dazu. Nicht jedes Anzeichen heißt, dass du ein Problem hast. Mehrere zusammen sind ein Grund, genauer hinzuschauen.
Diese Seite ist keine Diagnose. Sie hilft dir, deine Situation einzuordnen.
Woran erkenne ich Spielsucht?
Das Portal gesund.bund.de nennt unter anderem diese typischen Anzeichen:
- Der Drang zu spielen ist schwer zu kontrollieren.
- Die Gedanken kreisen ständig ums Spielen.
- Du vernachlässigst private, familiäre und berufliche Pflichten.
- Du verlierst Geld und spielst weiter, um es zurückzuholen.
- Du ziehst dich von Dingen zurück, die dir früher Freude gemacht haben.
- Versuche aufzuhören, scheitern.
- Du hast Stimmungsschwankungen oder plötzliche Wutausbrüche.
Die BZgA (heute BIÖG) nennt außerdem Ängste, Unruhe und Schlafprobleme. Manche trinken mehr Alkohol oder nehmen andere Drogen.
Verhalten und Geld
Du spielst länger oder mit mehr Geld als geplant. Du spielst heimlich oder spielst es herunter. Du leihst dir Geld, verkaufst Dinge oder lässt Rechnungen liegen. Die BZgA nennt als frühe Warnzeichen auch, dass Hobbys vernachlässigt werden, heimliches Spielen und Geldleihen.
Gefühle
Vor dem Spielen spürst du Druck oder Aufregung. Danach fühlst du dich schuldig oder leer. Wenn du weniger spielst, bist du unruhig oder gereizt.
Beziehungen, Arbeit und Schule
Du hast Streit zu Hause. Du fehlst oder bist unkonzentriert bei der Arbeit. Andere sprechen dich auf dein Spielen an. Laut gesund.bund.de sprechen oft zuerst Angehörige das Problem an, weil Betroffene es gern verbergen.
Wie stellen Fachleute eine Glücksspielsucht fest?
Eine Diagnose stellen Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Sie verwenden dafür unter anderem Fragebögen, in denen du dich selbst einschätzt. In der ICD, der Klassifikation für Krankheiten, steht die Glücksspielsucht als „pathologisches Spielen“ unter dem Code F63.0. Das Bundesgesundheitsministerium bezieht sich außerdem auf das amerikanische System DSM-5 und ordnet die Störung durch Glücksspiele als Verhaltenssucht ein.
Wie viele Kriterien genau erfüllt sein müssen, geben die hier geprüften Quellen nicht an. Deshalb nennen wir hier keine Zahl. Fachleute klären das im Gespräch mit dir.
Online-Tests und Beratungsstellen können einen ersten Hinweis geben. Sie ersetzen aber keine Diagnose. Das sagt auch gesund.bund.de.
Ist das ein Entweder-oder?
Nein. Zwischen unauffälligem Spielen und Sucht liegt ein langer Weg. Das Portal gesund.bund.de beschreibt einen Verlauf in drei Phasen:
- Positive Anfangsphase. Frühe Gewinne lassen Glücksspiel gut aussehen. Gewinne werden dem eigenen Können zugeschrieben.
- Kritische Gewöhnungsphase. Häufigkeit und Einsätze steigen, Verluste werden jagend ausgeglichen. Pausen sind noch möglich.
- Suchtphase. Die Kontrolle über Zeit und Einsatz geht verloren. Lügen, Angst und Schuldgefühle nehmen zu.
Nicht jeder durchläuft alle Phasen. Je früher du etwas änderst, desto einfacher ist es.
Warum geht es online so schnell?
Das Portal gesund.bund.de zählt Geldspielautomaten, Online-Glücksspiel und Live-Sportwetten zu den besonders riskanten Spielformen. Als Gründe nennt es:
- schnelle Abfolge von Ereignissen
- häufige Beinahe-Gewinne
- verlockende Gewinne
- Umrechnung von Geld in Punkte, wodurch Verluste harmlos wirken
- leichte Verfügbarkeit
- die Illusion, das Spiel kontrollieren zu können
Die BZgA nennt für Online-Glücksspiele kurze Spielrunden, knappe Beinahe-Gewinne und die Nähe zum nächsten Einsatz.
Was hat das mit meiner Psyche zu tun?
Laut gesund.bund.de können in der Suchtphase Depressionen, Suizidgedanken und weitere Suchterkrankungen wie Alkohol auftreten. Wenn du in akuter Gefahr bist oder daran denkst, dir etwas anzutun, ruf die 112 an oder das Beratungstelefon unter 0800 1 37 27 00.
Warum jemand ein Problem entwickelt, lässt sich nicht an einem einzelnen Grund festmachen. Schuld daran bist du nicht.
Wann sollte ich mir Hilfe holen?
Hol dir Unterstützung, wenn
- du mehrere der Anzeichen bei dir erkennst,
- du Geld leihst oder Schulden machst,
- du nicht mehr aufhören kannst, obwohl du es willst,
- andere sich Sorgen machen.
Du musst nicht warten, bis es „schlimm genug“ ist. Das Beratungstelefon des BIÖG erreichst du unter 0800 1 37 27 00, kostenlos und auf Wunsch anonym. Laut gesund.bund.de sucht nur etwa jede fünfte betroffene Person Hilfe, oft aus Scham.
Suchtberatungsstellen beraten kostenfrei und unterliegen der Schweigepflicht. Alle Angebote findest du unter Hilfe finden.
Wie geht es weiter?
Mache zuerst den Spielsucht-Test. Er ist keine Diagnose, aber ein Anfang. Dann findest du auf den Seiten Aufhören und Spielersperre konkrete Schritte. Wenn du dir Sorgen um jemand anderen machst, lies Angehörige.