Gambling Help Atlas

Aufhören

Mit dem Glücksspiel aufhören: ein Plan in Schritten

Spielsucht aufhören in kleinen Schritten: Zugang sperren, Geld schützen, Verlangen aushalten, Hilfe holen und was nach einem Rückfall zu tun ist.

Heute

Pause drücken

  • Abmelden, Glücksspiel-Apps löschen und Konten schließen, die du nicht mehr willst.
  • Nutze die 24-Stunden-Pause oder Auszeit in deinem Spielkonto.
  • Erzähl einer Person, der du vertraust, was los ist.

Diese Woche

Hürden bauen

  • Setze Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung hat meist eine Wartezeit.
  • Bitte deine Bank, Glücksspielzahlungen auf deinen Karten zu sperren.
  • Installiere eine kostenlose Sperre wie BetBlocker auf Handy und Computer.

Dauerhaft

Ganz aufhören

  • Lass dich im Sperrsystem deines Landes eintragen (siehe unten).
  • Vereinbare ein Gespräch mit einer Hotline oder Beratungsstelle. Die Hotlines sind kostenlos. Frag, was eine Behandlung kostet.
  • Plane für das Verlangen: Schreib deine Auslöser auf und was du stattdessen tust.

Du musst nicht alles heute entscheiden. Ein guter Anfang sind drei Dinge: Zugang erschweren, Geld schützen und mit jemandem sprechen. Diese Seite zeigt dir Schritte, die du nach deinem Tempo gehen kannst. Sie ersetzt keine Beratung oder Behandlung.

Schritt 1: Was ist mein Ziel?

Überlege, was du willst. Weniger spielen oder ganz aufhören? Beides ist ein Anfang. Sei ehrlich zu dir. Wenn das Reduzieren immer wieder nicht klappt, kann ein klarer Stopp das bessere Ziel sein. Das besprichst du am besten mit einer Beratungsstelle.

Das BIÖG bietet das kostenlose, anonyme Online-Programm Check Out an. Es vermittelt Strategien für einen risikoärmeren Umgang mit Glücksspiel. Du findest es auf check-dein-spiel.de.

Eine ambulante Behandlung passt laut gesund.bund.de zu Menschen, die bereit und in der Lage sind, mitzuarbeiten und nicht zu spielen.

Schritt 2: Zugang entfernen

  • Lösche Glücksspiel-Apps und melde dich ab.
  • Schließe Konten, die du nicht mehr willst.
  • Nutze den Notfall-Button beim Anbieter. Er sperrt dich 24 Stunden.
  • Lass dich in die OASIS-Spielersperre eintragen. Sie gilt mindestens drei Monate.
  • Installiere eine kostenlose Sperre wie BetBlocker auf Handy und Computer.

Die Sperre schützt dich nicht bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis. Deshalb helfen mehrere Hürden zusammen.

Schritt 3: Geld unter Kontrolle bringen

Setze Limits, bevor du spielst, und bitte deine Bank, Zahlungen an Glücksspielanbieter zu sperren. Du kannst auch eine vertraute Person bitten, dir bei der Übersicht über deine Konten zu helfen. Das muss nicht für immer sein.

In der Therapie gehören der Umgang mit Geld und Schulden laut gesund.bund.de zu den Themen. Bei Schulden helfen Schuldnerberatungsstellen. Das Familienportal des Bundes nennt anerkannte Stellen, Verbraucherzentralen und die Caritas. Die Kosten sind nicht bundesweit einheitlich geregelt. Frag deshalb vor dem Termin nach. Bei der Caritas ist die Beratung nach deren Angaben kostenlos und vertraulich. Beratungsstellen findest du über vz-schuldnerberatung.de.

Was mache ich bei starkem Verlangen?

Starkes Verlangen ist anstrengend. Diese einfachen Schritte können helfen:

  • Auslöser aufschreiben. Wann spielst du? Bei Langeweile, Stress, nach Streit, mit Alkohol? Wer seine Auslöser kennt, kann planen.
  • Etwas anderes tun. Geh vor die Tür, ruf jemanden an, mach etwas mit den Händen.
  • Abstand schaffen. Lass das Handy in einem anderen Raum.
  • Nicht allein bleiben. Sag einer Person, dass es gerade schwer ist.

Auslöser erkennen, Selbstkontrolle stärken und Alternativen aufbauen sind auch Themen der professionellen Therapie. Gesund.bund.de nennt unter anderem Motivation zur Veränderung, Selbstkontrolle, soziale Kontakte, Entspannung und Rückfallvorbeugung.

Wie fülle ich die freie Zeit?

Oft bleibt nach dem Aufhören viel Zeit übrig. Plane feste Dinge ein: Verabredungen, Bewegung, ein Hobby, Zeit mit Familie. Gesund.bund.de nennt den Aufbau sozialer Kontakte als Therapieziel. Auch Selbsthilfegruppen können dabei helfen.

Mit wem kann ich sprechen?

Erzähle einer Person, der du vertraust, was los ist. Du musst nicht alles erklären. Ein Satz reicht: „Ich habe Probleme mit dem Spielen und will etwas ändern.“

Welche Hilfe gibt es?

AngebotWas es ist
Beratungstelefon des BIÖG, 0800 1 37 27 00kostenlos, auf Wunsch anonym
Online-Beratung und Check Outkostenlos und anonym über check-dein-spiel.de
Suchtberatungsstellekostenfrei, auf Wunsch anonym, mit Schweigepflicht; keine Diagnose und kein Antrag nötig
SelbsthilfegruppeAustausch von Betroffenen für Betroffene
Ambulante oder stationäre Behandlungmit Suchtberatung, Ärztin oder Arzt, Psychotherapie

Die Kosten für die Behandlung tragen laut gesund.bund.de und DHS meist die Krankenkassen oder die Rentenversicherung. Die Beratungsstelle hilft bei den Anträgen. Die Beratungsstelle in deiner Nähe findest du im Suchthilfeverzeichnis der DHS auf suchthilfeverzeichnis.de.

Der Fachverband Glücksspielsucht nennt außerdem Online-Selbsthilfegruppen. Wie die Treffen genau ablaufen, steht auf seiner Seite.

Was ist ein Rückfall, und was mache ich dann?

Ein Rückfall bedeutet, dass du nach einer Pause oder einem Vorsatz wieder spielst. Das ist kein Grund, alles hinzuwerfen. Wichtig ist, was danach passiert.

  • Hör so schnell wie möglich wieder auf.
  • Sag es einer Person oder deiner Beratungsstelle.
  • Überlege, was der Auslöser war, und passe deinen Plan an.
  • Prüfe, ob eine Sperre oder ein Bankblock fehlt.

Rückfallvorbeugung ist laut gesund.bund.de ein Bestandteil der Therapie. Mach dir keine Vorwürfe. Schuldgefühle machen es schwerer, Hilfe zu suchen.

Wo fange ich an?

Heute reicht ein Schritt. Mach den Selbsttest oder ruf das Beratungstelefon an. Eine Übersicht findest du unter Hilfe finden. Wenn du Angehörige hast, die helfen wollen, lies Angehörige.

Wenn du in akuter Gefahr bist oder daran denkst, dir etwas anzutun, ruf die 112 an.

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Quellen

Zuletzt geprüft: . Diese Seite bietet allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung und keine Diagnose. Für deine persönliche Situation ruf eine Beratungsstelle an oder sprich mit einem Arzt.